AGRAVIS aktuell 1/2019



Rückständen keine Chance geben

Nicht selten setzen sich hartnäckige Verschmutzungen im Melkstand in Fugen, am Melkzeug und Gestänge fest. Deshalb ist eine intensive, regelmäßige Reinigung des Melkstands unumgänglich. Bei der täglichen Reinigung wird der grobe Schmutz mit viel Wasser oberflächlich weggespült. Dabei bleiben, neben hartnäckigen Verschmutzungen, Fett- und Eiweißreste sowie Milch- und Urinstein zurück. Diese verursachen unter anderem rutschige Lauf- und Standflächen und sie sind nährstoffreiches Reservoir pathogener Keime. Deshalb sollte regelmäßig, zirka alle vier Wochen, eine gründliche Tiefenreinigung mit speziellen Reinigern erfolgen.


Saure und alkalische Reinigung

Die Reinigung sollte sauer und alkalisch erfolgen. Alkalische Schaumreiniger bestehen zumeist aus einer Kombination verschiedener Tenside und Alkalien. Durch ihre hohe Entfettungskraft und ein starkes Schmutzbindungsvermögen haben sie die Fähigkeit, organische Beläge wie hartnäckige Kot- und Fettrückstände, zu entfernen. Saure Schaumreiniger lösen und beseitigen anorganische Rückstände wie Kalk, Milch- und Urinstein auf Basis von Phosphorsäure.

Worauf ist bei der Wahl des Schaumreinigers zu achten?

Neben den Inhaltsstoffen sollte die Materialverträglichkeit der Produkte gegeben sein. So ist sowohl bei sauren als auch alkalischen Reinigern auf den Zusatz von Korrosionsinhibitoren zu achten. Diese verhindern, dass Gummiteile porös werden und Bauteile rosten. Reinigungsprodukte auf Grundlage von Salzsäure sind wegen ihrer ätzenden Eigenschaften nicht empfehlenswert. Auch der Einsatz von Produkten auf Basis von Chlorlauge ist nicht ratsam, da der Geruch Atemwege reizt. Falls nicht anders vorgegeben, sollte zum Ausbringen des Reinigers die Wassertemperatur im Bereich von 0 bis 25 °C liegen.

Ausbringung mit einer Schaumlanze

Die Ausbringung der Reiniger erfolgt häufig mit Schaumlanzen aus Edelstahl für den Hochdruckreiniger. Die Lanze wird über einen Adapter auf der Pistole befestigt und das Reinigungskonzentrat in den Behälter gefüllt. Durch den Wasserdruck und ein integriertes Sieb (Injektorprinzip) wird die Reinigungslösung als Schaum ausgebracht. Die Konzentration des Reinigers wird durch ein Stellrad justiert. Als Richtwert sollte die Konsistenz des Schaums so sein, dass nach zirka 15 bis 20 Minuten an den Oberflächen noch Schaum erkennbar ist. Nur so können die chemischen Verbindungen Beläge optimal lösen. Die Aufwandmenge des Reinigers sollte immer in Relation zur Schaum- und Reinigungsqualität stehen. Zur Orientierung kann bei einem Zwei-malacht-Melkstand von 2 bis 3 Litern Reinigungskonzentrat ausgegangen werden.

Ausbringung mit einem Hochdruckreiniger

Bei den Hochdruckreinigern haben sich Geräte mit einer hohen Durchflussmenge von zirka 30 Litern pro Minute und weniger Druck (zirka 120 bar) bewährt. Die Reinigung des Melkstandes oder -roboters erfolgt in drei Schritten:

  • 1. Zunächst wird der gesamte Melkstand, sofern die Elektrik dieses zulässt, eingeweicht. Am Melkroboter sind ausgewählte Bereiche wie der Zylinder und Laser nur vorsichtig oder gesondert zu behandeln. Es empfiehlt sich, mit dem Hersteller vorher Rücksprache zu halten. Stark verschmutzte Bereiche wie Standflächen sollten mit dem Hochdruckreiniger grob vorgereinigt werden.
  • 2. Anschließend werden alle Flächen, inklusive Decke und Melkgeschirre, mit dem alkalischen Reiniger eingeschäumt. Nach 20 Minuten wird der restliche Schaum von oben nach unten gründlich mit dem Hochdruckreiniger abgespült.
  • 3. Zuletzt kommt der saure Reiniger zum Einsatz. Er wird bevorzugt an Stellen aufgetragen, die verstärkt Urin- und Milchstein erkennen lassen. Die vorhandenen Schaumreste werden auch hier nach 20-minütiger Einwirkzeit von oben nach unten mit einem Hochdruckreiniger abgetragen.

Wichtig: Immer darauf achten, dass Schutzkleidung wie Schutzhandschuhe und -brille getragen wird.

Weitere Informationen gibt es bei Lena Beringhoff, Telefon 0172 . 4025366, lena.beringhoff@vita-vis.de oder bei der kostenlosen Desintec-Hotline 0800 . 6647669.



Eine Chlordioxid-Vormischung kann sehr einfach mit dem neuen Einkomponentenprodukt Desintec Chlordioxid Tabs hergestellt werden.

Tränkewasser permanent desinfizieren

Die Wasserqualität hat einen wesentlichen Einfluss auf die Stabilisierung der Gesundheit, die Leistung und die Fruchtbarkeit der Tiere. Tränkewasser sollte daher grundsätzlich den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entsprechen.

Biofilm in Tränkewasser

Pathogene Keime können durch Speichel und Kot ins Tränkewasser gelangen. Im Laufe der Zeit entwickelt sich in den Tränkewasserleitungen zunehmend eine Schleimschicht (Biofilm) aus Mikroorganismen, eingebettet in organischem Material. Dieser Eintrag wird selten beachtet und im Hygienekonzept für Wasser bleibt er häufig unberücksichtigt. Aus diesem Biofilm können kontinuierlich pathogene Mikroorganismen wie E. coli & Co. in das Tränkewasser abgegeben und direkt von den Tieren in hoher Konzentration aufgenommen werden. Die Höhe der Konzentration steigt mit der Standzeit und der Temperatur des Wassers. Enthält das Tränkewasser viel Eisen, Kalk oder Mangan oder werden Zusätze (Spurenelemente oder Vitamine) mit dem Tränkewasser verabreicht, baut sich der hygienisch bedenkliche Biofilm noch schneller auf.

Hygienemaßnahmen in belegten und unbelegten Ställen

Bei der Reinigung und Desinfektion ist zwischen einer Maßnahme in der Serviceperiode in unbelegten Ställen oder einer permanenten Desinfektion des Tränkewassers in belegten Ställen mit nach der Biozidverordnung registrierten Wirkstoffen zu unterscheiden.

Reinigung in der Serviceperiode

In unbelegten Ställen ist eine optimale Desinfektion der Wasserleitungen nur auf sauberen Oberflächen möglich. Gute Ergebnisse werden erzielt, wenn das Wasserleitungssystem vor dem Einsatz eines Desinfektionsmittels in allen Teilen gründlich mit dem alkalischen Reinigungsmittel Desintec AH tec gereinigt wird. Alkalisch basierende Produkte entfernen zuverlässig organische Verschmutzungen und schleimige Rückstände in den Trinkwassersystemen.

Im zweiten Schritt kann die Desinfektion beispielsweise mit Virkon H2O erfolgen. Vor und nach der Desinfektion ist eine gründliche Spülung aller Wasserleitungen mit viel Wasser erforderlich.

Permanente Desinfektion

Zur kontinuierlichen Entkeimung der Tränkewasserleitungen empfiehlt sich ein für die Praxis neu entwickeltes Konzept: Das neue Einkomponentenprodukt Desintec Chlordioxid Tabs erleichtert die Herstellung von Chlordioxid gegenüber den herkömmlichen Zweikomponentensystemen.

Der bekannte Wirkstoff Chlordioxid ist gemäß der deutschen Trinkwasser-Verordnung und der EU-Biozidverordnung für die Desinfektion von Wasser einsatzfähig. Die antimikrobielle Wirksamkeit beruht auf einer oxydativen (sauerstoffabspaltenden) Wirkung und nicht auf einer Chlorreaktion. Es können keine gefährlichen, krebserregenden Chlorverbindungen wie beispielsweise bei der Anwendung von Chlorlaugen entstehen.

Biofilme in den Leitungen werden zuverlässig abgebaut und dessen Neubildung wird vermieden. Desintec Chlordioxid Tabs verfügt über eine lange Depotwirkung, eine Grundvoraussetzung, um den Keimeintrag beispielsweise am Tränkenippel zu unterbinden. Desintec Chlordioxid Tabs kann mit einer kleinen Dosiereinheit in die Leitungen eingebracht werden. Mithilfe eines Schnelltests kann jeder Anwender einfach und schnell den Erfolg der Desinfektionsmaßnahme vor Ort überprüfen.

Anwendung von Chlordioxid Tabs

Ein Beutel mit 250 Gramm Chlordioxid Tabs wird für 15 Liter Wasser benötigt. Ein Neuansatz sollte in 15-Liter-Schritten erfolgen. Bei der Herstellung entsteht eine Vormischung mit 0,2 Prozent Chlordioxid.

Weitere Informationen zu Desintec Chlordioxid Tabs und einen Hygieneplan für Tränkewassersysteme gibt es bei Dieter Jürgens, Telefon 0251 . 682-1144 oder dieter.juergens@agravis.de.



AGRAVIS aktuell 4/2018



Jürgen Abeler: Gesunde Legehennen dank konsequentem Hygienekonzept

Weltweit sind 98 Prozent der Legehennenställe mit der Roten Vogelmilbe befallen. Auch Legehennenhalter Jürgen Abeler aus Nordwalde und sein Betriebsleiter Michael Dagen kennen das Problem. In den insgesamt acht Ställen ist der Parasit ebenfalls zu finden. „Allerdings machen wir einiges dafür, dass sich die Milben bei uns nicht wohlfühlen – und das vor allem vorbeugend“, berichtet Jürgen Abeler schmunzelnd. „Ganz los werden wir sie nicht, aber wir haben sie sehr gut im Griff. Dafür sprechen auch die gute Tiergesundheit und die Legeleistung unserer Tiere von durchschnittlich 90 bis 95 Prozent.“


Hygienemaßnahmen

Auf dem Betrieb stehen für Reinigung und Desinfektion drei Wochen zur Verfügung. Die Serviceperiode beginnt mit dem Entmisten und der Beseitigung des losen Schmutzes. Danach rückt ein Dienstleister an, der die gründliche Reinigung und Desinfektion übernimmt. Jürgen Abeler stellt dafür sämtliche Mittel zur Verfügung. Dies ermöglicht eine Kontrolle der ausgebrachten Mengen sowie eine eigene Auswahl der Produkte. Zum Einsatz kommen Produkte von Desintec. Für die Reinigung wird der Schaumreiniger Desintec StallClean Profi verwendet. Der löst die Eiweiß- und Fettschicht und ist nötig, um die Effektivität der anschließenden Desinfektion zu gewährleisten. Dafür wird Desintec FL-des Allround genutzt. „Das Zweikomponentenpräparat erledigt Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten in einem Arbeitsgang sehr wirkungsvoll und ist ein essentieller Baustein bei der Milbenbekämpfung, da wir dadurch auch deren Eier effektiv bekämpfen“, berichtet Bernhard Hols, Außendienstberater der Raiffeisen Münsterland-West, aus Erfahrung.

Bekämpfung der Roten Vogelmilbe

Aber auch wenn alle Arbeitsschritte sehr sorgfältig ausgeführt und alle Ecken und Verstecke ins Visier genommen werden – ein paar Milben können überleben und werden beim Einzug der nächsten Junghennen damit starten, ihre Population wieder aufzubauen. Deshalb setzen Abeler und Dagen seit einigen Jahren Desintec M-Ex Profi 80 ein. Das Produkt ist ein synthetisch hergestelltes amorphes Siliciumdioxid, das im Verhältnis eins zu neun mit Wasser gemischt und mit professioneller Technik in der gesamten Stallanlage ausgebracht wird. „Bildlich dargestellt entsteht auf den Flächen eine glasscherbenartige Struktur“, erklärt Desintec-Berater Christian Twehues. „Wenn die Milben darüber krabbeln, wird die Wachsschicht, die die Parasiten vor der Austrocknung schützt, zerstört. Die Milben werden also auf einem physikalischen Weg bekämpft.“ Das Produkt wird auch in den Kotbelüftungskanälen eingesetzt. „Es ist wichtig, auch die schwierig zu erreichenden Orte im Stall zu beachten, da diese als Rückzugsorte der Roten Vogelmilbe dienen“, berichtet Abeler. Das Einstallen der Junghennen in den vorbereiteten Stall ist für Abeler und Dagen aber kein Grund, die Milben aus den Augen zu verlieren. „Wir machen ein regelrechtes Milben-Monitoring, prüfen regelmäßig vor allem in versteckten Ecken wie Kotbelüftungskanälen, unter den Netzmatten und Sitzstangen oder sonstigen Rückzugsmöglichkeiten, wie stark der Milbendruck ist. Bei Bedarf wird in dem Bestand mit Desintec M-Ex Profi 80 nachbehandelt.“ Weiterhin wird über das Tränkewasser Miravit Gallux Relax eingesetzt. Dieses Ergänzungsfuttermittel enthält ätherische Öle, die zu Geruchsveränderungen bei den Legehennen führen und diese dadurch für Milben unattraktiv machen.

Vorbeuge zahlt sich aus

Jürgen Abeler und Michael Dagen haben die Rote Vogelmilbe dank ihres konsequenten Bekämpfungsplanes sehr gut im Griff. „Ein starker Milbendruck bringt viele Probleme mit sich“, wissen die beiden Legehennenexperten. „Nächtliche Unruhe, verminderte Legeleistung, weiche Eierschalen, sinkende Eiergrößen, steigende Anfälligkeit für Krankheiten und Blutflecken an den Eiern führen zu wirtschaftlichen Verlusten. Das kann bei einem Cent pro Ei über das Jahr gesehen zu Verlusten von mehreren 100.000 Euro führen. Deshalb setzen wir auf vorbeugende Maßnahmen, die im Vergleich nur einen Bruchteil an Kosten verursachen.“

Weitere Informationen gibt es bei Christian Twehues, Telefon 0173 . 9642919, christian.twehues@agravis.de.

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Zur Verbesserung der Akzeptanz und der Hygiene in den Boxen ist die Herstellung einer Einstreumischung aus Stroh und Desintec FloorCal pH 12 empfehlenswert.
Heute gehören Klauenleiden neben Fruchtbarkeitsstörungen und Mastitisproblemen zu den häufigsten Krankheiten bei Kühen. Beim Rind sind 90 Prozent aller Lahmheiten auf direkte Klauenprobleme zurückzuführen. Problematisch ist in vielen Betrieben vor allem die hohe Belastung der Klauen durch Feuchtigkeit und Schmutz (hoher Erregerdruck), unzureichende Klauenpflege, Stoffwechselkrankheiten wie Acidose und Ketose aufgrund fehlerhafter Fütterung sowie ungünstige Haltungsbedingungen (feuchtwarmes Stallklima, schlechter Kuhkomfort). Auch die falsche Auswahl der Genetik kann negativ auf die Klauengesundheit wirken. Die Auswirkungen dieser Fundamentprobleme sind hohe Behandlungskosten, eine erhöhte Remontierungsquote, niedrigere Milchleistungen und reduzierte Fruchtbarkeitsleistungen. Diese führen zu hohen wirtschaftlichen Verlusten für die Milchviehhalter.

Hygiene im Stall

Durch Ausschalten verschiedener Schadfaktoren lassen sich Bestandsprobleme mit infektiösen Klauenkrankheiten reduzieren. Neben einer optimierten Fütterung und einer regelmäßigen, funktionellen Klauenpflege (Kontrolle mindestens alle fünf Monate) durch gut ausgebildete Klauenpfleger oder Landwirte sollte zuerst die Verbesserung der Stallhygiene im Mittelpunkt der Bemühungen stehen. Zur Senkung des Infektionsdrucks hat sich ein häufiges Abschieben der Laufgänge (auch der perforierten Böden) mit mobiler oder stationärer Technik bewährt. Um die Klauen trocken zu halten, ist ein zusätzliches Abstreuen der Lauf- und Liegeflächen mit flüssigkeitsbindenden und desinfizierenden Einstreumitteln wie Desintec FloorCal pH 12 zweimal pro Woche eine sinnvolle Ergänzung. Neben der Verbesserung der Hygiene hat die Gestaltung und bauliche Ausführung des Stalls einen zusätzlichen Einfluss auf die Gesundheit der Klauen. Im Mittelpunkt sollte vor allem die Gestaltung und Akzeptanz der Liegeboxen stehen. Eingestreute Tiefboxen oder mit einem weichen Bodenbelag versehene Hochboxen, die ein bequemes Ablegen, Liegen und Aufstehen der Tiere ermöglichen, werden häufiger aufgesucht. Durch längere Liegezeiten wird die Klauengesundheit positiv beeinflusst, die Klauen der liegenden Tiere trocknen schneller und sind somit widerstandsfähiger gegenüber Infektionen.

Schmutzige Klauen erleichtern das Auftreten von infektiösen Klauenerkrankungen.
Desinfektion der Klauen

Um infektiöse Klauenerkrankungen zu reduzieren, empfiehlt sich zusätzlich eine konsequente Desinfektion der Klauen mit Desintec HoofCare Special nach festen Anwendungsplänen. Das Produkt enthält den Wirkstoff Glutaraldehyd und hat die DLG-Prüfung im Bereich der Klauendesinfektion bestanden. Bei der Anwendung ist grundsätzlich zu beachten, dass die maximale Anzahl von Tieren, die durch ein Klauenbad getrieben werden können, abhängig ist von der Sauberkeit der Klauen, der Verschmutzung der Wanne, der Größe des Bades und des verwendeten Mittels. Klauenwannen bzw. Matten sollten groß genug ausgewählt werden (zirka 1 Meter breit x 2,50 Meter lang x 10 Zentimeter hoch), damit die Kühe beim Durchgang mit jeder Klaue das Bad betreten. Die Wanne sollte so gefüllt sein, dass die Klauen bis zum Saum in der Klauenbadlösung stehen.

Der positive Effekt der Reinigung und Desinfektion wird mit zunehmender Verschmutzung der Wanne verschlechtert. Daher sollte ein Klauenbad nicht länger als einen Tag stehen und spätestens nach 100 durchgetriebenen Kühen oder bei hoher Verschmutzung erneuert werden.

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es bei Dieter Jürgens, Telefon 0251 . 682-1144, dieter.juergens@agravis.de.



AGRAVIS aktuell 3/2018



Unerwünschten Prozessen keine Chance geben

Beim Einsatz von Flüssigfutter in der Ferkelerzeugung und Schweinemast ist der Erfolg auch zum großen Teil von der Fließfutterhygiene abhängig. Bei Fließfutteranlagen lässt sich die Fütterungshygiene im Gegensatz zu Trocken- oder Breifutterautomaten schwerer kontrollieren. Problemzonen sind besonders die Seitenwände der Anmischbottiche, die Transportleitungen und die Futterausläufe im Trog. Eine Reinigung der Fließfutteranlagen, inklusive einer Desinfektion, ist unbedingt notwendig. Eine Grundreinigung der Anlage inklusive der Additivsysteme sollte in regelmäßigen Zeitabständen und nach einem festgelegten Hygieneplan erfolgen.


Folgende Maßnahmen helfen dabei, die Futterhygiene zu verbessern:


Weitere Infos gibt es bei den AGRAVIS-Produktionsberatern und bei Dieter Jürgens, Tel. 0251 . 682-1144, dieter.juergens@agravis.de.



Risiko mit verschiedenen Maßnahmen senken

Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Osteuropa schreitet immer weiter voran. Längst sind auch deutsche Schweinehalter in Alarmbereitschaft. Gezielte Präventionsmaßnahmen sind nötig, um die Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Dabei sind Schweinehalter und Jäger besonders gefragt. Dr. Svenja Sudeick, Tierärztin bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, und Dieter Jürgens, Desintec-Produktmanager, erläutern, worauf es ankommt.

Deutschland und die Afrikanische Schweinepest. Wie schätzen Sie die Situation für die Landwirte ein?

Dr. Sudeick: Die Situation ist durchaus ernst. Bei der ASP handelt es sich um eine Viruserkrankung, an der Wild- und Hausschweine erkranken. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Die Krankheit verläuft für die meisten infizierten Tiere tödlich. Eine Impfung gibt es nicht. Ein Ausbruch der ASP in Deutschland würde neben den Folgen für die Tiere auch schwerwiegende wirtschaftliche Auswirkungen für die Landwirte mit sich bringen. Vor allem der Eintrag in die Wildschweinepopulation birgt große Risiken. Eine wirkungsvolle Tierseuchenbekämpfung ist in den Wildbeständen häufig nur unter erschwerten Umständen durchzuführen. Hinzu kommt, dass das ASP-Virus unter Umständen für zirka sechs Monate in der Umwelt infektiös bleiben kann. Für schweinehaltende Betriebe, die in einem Gebiet liegen, in dem Wildschweine erkrankt sind, sind unter anderem Maßnahmen für den Transport von Schweinen (wie Transportverbote) zu erwarten.


Wie wird ASP übertragen?

Dr. Sudeick: Die ASP kann sowohl direkt von Tier zu Tier als auch indirekt über Vektoren, wie zum Beispiel infiziertes Blut oder kontaminierte Schweinefleischerzeugnisse übertragen werden. Ein hohes Risiko für die Einschleppung nach Deutschland geht derzeit vom Personen- und Transportverkehr aus. So kann ein unachtsam entsorgtes mit ASP-Virus kontaminiertes Wurstbrötchen schnell zum Überträger werden. Wildschweine, die den Müll durchforsten und infiziertes Material aufnehmen, können erkranken und weitere Artgenossen anstecken. Auf das Mitbringen von Schweinefleischerzeugnissen aus den bisher betroffenen Ländern sollte deshalb verzichtet werden. Durch den gezielten Informationsaustausch, die Sensibilisierung für das Thema und entsprechende Präventionsmaßnahmen kann jeder mithelfen, das Risiko der Einschleppung zu minimieren. Auf schweinehaltenden Betrieben hat die Biosicherheit oberste Priorität.

Welche Empfehlungen geben Sie Schweinehaltern, um Prävention zu betreiben?

Jürgens: Um einen Eintrag in unsere Hausschweinebestände zu verhindern, ist im Prinzip auf eine konsequente Umsetzung der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung mit allen erforderlichen Biosecurity-Maßnahmen zu achten. Um eine Eintragung in den Betrieb zu verhindern, ist der Hof – wie das CCM-Futterlager – vor Kontakt mit Wildschweinen zu schützen. Es sollte nur bekannten Personen (wichtig: im Besucherbuch dokumentieren) in betriebseigener Schutzkleidung der Zutritt in Stallungen gewährt werden, eine Vektorenbekämpfung (Schadnager und Insekten) sollte durchgeführt werden und Verladerampen sind nach jedem Transport von Schweinen zu reinigen und zu desinfizieren. Um einen Eintrag direkt in die Stallungen zu vermeiden, ist das Aufstellen von Fußdesinfektionswannen wichtig. Wir empfehlen für diesen Einsatz unsere Produkte Virkon S und Desintec Fl-des GA forte. Beide Produkte sind DVG-geprüft und zeigen eine hervorragende Wirkung gegen Viren.


Welche besonderen Schwachstellen sind auf einigen landwirtschaftlichen Schweinebetrieben noch vorhanden und verbesserungswürdig?

Jürgens: Auf vielen Betrieben ist der generelle Fahrzeugverkehr nicht richtig organisiert bzw. durchdacht. Häufig müssen Tierkadaverfahrzeuge immer noch das Hofzentrum befahren. Das Risiko einer Erregereintragung wird dadurch deutlich erhöht. Idealerweise sollten sich diese Stellen so weit wie möglich vom Stallgebäude entfernt befinden. Eine Bereitstellung von eigenen Futtersiloschläuchen oder die Befüllung der Futtersilos außerhalb des Hofraumes hilft ebenfalls, das Risiko zu senken. Weiter lassen einige Schweinehalter immer noch unachtsam fremde Personen auf ihre Betriebe. Hierzu gehört auch die Einrichtung von Schwarz-Weiß-Bereichen mit geeigneten Händewasch- und Desinfektionsmöglichkeiten.

Weitere Informationen gibt es bei Dr. Svenja Sudeick, Telefon 0251. 682- 2426, svenja.sudeick@agravis.de, und Dieter Jürgens, Telefon 0251. 682-1144, dieter.juergens@agravis.de



AGRAVIS aktuell 2/2018



Um die Nährstoffe aus der Fütterung effektiv im Organismus nutzen zu können, ist eine gesunde Entwicklung des Magen-Darm-Traktes besonders wichtig.

Grundstein für Gesundheit rechtzeitig legen

Die Produktsicherheit und –qualität zählen neben der Tiergesundheit zu den bedeutendsten Faktoren in der Legehennenhaltung. Die vergangenen Monate zeigten, welche Bedeutung diese Faktoren in der Eierproduktion haben. Den Grundstein für die Tiergesundheit und die Vermeidung von aggressivem Verhalten der Tiere gilt es rechtzeitig zu legen.

Magen-Darm-Gesundheit entscheidend

Die Eiqualität und Schalenstabilität sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eivermarktung. Um die Nährstoffe aus der Fütterung effektiv im Organismus nutzen zu können, ist eine gesunde Entwicklung des Magen-Darm-Traktes besonders wichtig. Mehr als 60 Prozent der Immunabwehr finden im Darm statt. Die Bildung einer funktionierenden Darmbarriere beschreibt die Fähigkeit des Darms, das Eindringen von pathogenen Erregern aus dem Darminneren in den Organismus der Tiere zu unterbinden. Probiotische Mikroorganismen, die im Miravit Microflosan S mit wirtsspezifischem Charakter enthalten sind, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine Besiedlung des Dünn- und Blinddarms mit den wirtsspezifischen Mikroorganismen über das Tränkewasser zeigen besonders in der frühen Lebensphase einen positiven Effekt. Miravit Microflosan S kann die Darmgesundheit und somit die Verdauungsfunktionen fördern, um die Nährstoffe effektiv für die Produktion der Eier und den Erhaltungsbedarf zu resorbieren. Eine Verabreichung an den ersten Lebenstagen und jeweils nach Stresssituationen hat sich in dieser Hinsicht bewährt. Eine weitere Verabreichung ist in der ersten Woche nach der Umstallung in den Legehennenstall empfehlenswert, um einem möglichen mikrobiellen Ungleichgewicht im Darm entgegenzuwirken.

Bekämpfung der roten Vogelmilbe

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine vorbeugende Bekämpfung der Roten Vogelmilbe in den Legehennenställen in den ersten Monaten des Jahres von großer Bedeutung ist. Die Lebensweise dieses Parasiten steht in Abhängigkeit mit der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Somit kann sich die Dauer der Entwicklung vom Ei bis hin zur adulten Milbe auf ca. zwei Wochen verringern, sobald die Temperatur 25 °C beträgt. Eine schnelle Entwicklung der Population und somit negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit und die Eiqualität wären die Folge. Der Anteil an verkaufsfähigen Eiern könnte auf Grund von blutigen Verschmutzungen der Eischale reduziert werden.

Aufwertung von Desintec M-Ex Profi 80

Eine weitere Auswirkung des Milbenbefalls können die Schwächung des Immunsystems, abnehmende Eigewichte und Verletzungen durch auftretenden Kannibalismus sein. Um diesen Auswirkungen vorzubeugen, hat sich der Einsatz von Desintec M-Ex Profi 80 im frühen Jahresverlauf in den vergangenen Jahren bewährt. Eine physikalische Aufwertung des Produktes zielt auf die Steigerung in der Effektivität bei der Bekämpfung der Roten Vogelmilbe hin. In diesem Zusammenhang konnte der LD50-Wert auf viereinhalb Stunden nach Abtrocknung des Produktes herabgesetzt werden. Dieser Wert gibt die Zeit an, in der 50 Prozent der Milben nach Abtrocknung der Gebrauchslösung auf der Oberfläche des Anlagensystems bei optimalen Bedingungen abgetötet werden können. Eine weitere Steigerung in der Effektivität kann durch die rechtzeitige Ausbringung von Desintec M-Ex Profi 80 erreicht werden, bevor die Anzahl an Roten Vogelmilben auf ein zu hohes Maß ansteigt.

Vorbeugung einer schwachen Eischale

In der späteren Phase der Legeperiode gilt es, einer schwächeren Eischale vorzubeugen. Häufig ist eine abnehmende Calcium-Resorption im Dünndarm die Ursache. Vitamin D3 ist in der aktivierten Form von Calcidiol im Miravit CalPhos/Calcidiol enthalten und kann den Calcium-Phosphor- Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht bringen. Der Prozess der Eischalenbildung kann wieder stabilisiert werden. Eine Verabreichung sollte über drei Tage alle vier Wochen über das Tränkewasser dosiert werden. Im gesamten Verlauf der Legephase gilt es, die Managementfaktoren zu optimieren, um Tiergesundheit, Qualität und Sicherheit der produzierten. Eier positiv zu beeinflussen.

Mehr Informationen zu den Hygiene- und Vitalisierungskonzepten erhalten Sie bei Ihrem AGRAVIS-Ansprechpartner vor Ort oder bei Andre Stevens, Telefon 0175 . 2958357, andre.stevens@agravis.de.



Mehr Klarheit für den Anwender

In den vergangenen Monaten hat es im Bereich der Schadnagerprodukte (Rodentizide) einige Unsicherheiten bzw. Unklarheiten bezüglich des Vertriebes und Einsatzes gegeben. Die nun bekannten neuen Regelungen im Bereich der Gefahrstoffverordnung und der Wiederzulassung von Rodentiziden im Bereich der Biozid-Gesetzgebung bringen mehr Klarheit für Handel und Anwender.


Neue Beurteilung der Wirkstoffe

Im Bereich der Gefahrstoffverordnung werden die Wirkstoffe anhand von wichtigen Erkenntnissen seit dem 1. März 2018 neu beurteilt. Alle Produkte mit einer Konzentration von größer oder gleich 0,003 Prozent (30 ppm) eines blutgerinnungshemmenden Wirkstoffes sind als reproduktionstoxisch einzustufen. Betroffene Produkte dürfen nur noch an sachkundige Verwender, beispielsweise Schädlingsbekämpfer oder geschulte berufsmäßige Verwender, wie Landwirte mit Pflanzenschutzanwenderschein nach PflSchSachkV verkauft werden. Verwender mit besonderen Sachkenntnissen, die durch ein Zertifikat die Teilnahme an einer Schulung nachweisen können, sind ebenfalls berechtigt, die Produkte zu kaufen. Aufgrund eines Selbstbedienungsverbots sind die Produkte nicht mehr im Regal, sondern im Pflanzenschutzraum der Genossenschaft zu finden.

Diese Regelung gilt für folgende Produkte im Desintec-Sortiment mit gleich oder mehr als 30 ppm Wirkstoff:

Die folgenden Produkte enthalten nur 25 ppm Difethialone und sind nicht betroffen von der neuen Einstufung:

Neben den allgemeinen Risikominderungsmaßnahmen und Anwenderbestimmungen für die einzelnen Produkte ergeben sich weitere Bekämpfungsmethoden (Pulsbeköderung und Permanentbeköderung):

Pulsbeköderung

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Bekämpfung, bei der Köder im Überschuss ausgelegt werden, beruht das Prinzip der Pulsbeköderung darauf, nur geringe Mengen des Köders pro Köderstelle, etwa 50 Gramm, auszulegen. Bei der Pulsbeköderung sind Fraßköder mit den Wirkstoffen Brodifacoum, Difethialone und Flocoumafen anzuwenden, die für Ratten und Mäuse in der Regel bereits bei einmaliger Aufnahme tödlich sind. Durch die gezielte Köderverknappung soll die Attraktivität des Köders gesteigert und gleichzeitig die Aufnahme einer über die tödliche Dosis hinausgehende Menge des Produktes durch die Zieltiere und damit eine erhöhte Gefahr von Sekundärvergiftungen von Nichtzieltieren vermieden werden. Nach Abschluss der Beköderung sind alle Köder zu entfernen, um Primärvergiftungen vorzubeugen.

Permanentbeköderung

Zur befallsunabhängigen Dauerbeköderung, der Permanentbeköderung, dürfen nur Produkte mit den Wirkstoffen Difenacoum oder Bromadiolon eingesetzt werden. Produkte mit anderen Wirkstoffen dürfen nicht als permanente Köder zur Vorbeugung von Nagetierbefällen oder zur Überwachung von Nagetieraktivität verwendet werden. Ob eine befallsunabhängige Dauerbeköderung fachlich notwendig ist, kann nur ein Schädlingsbekämpfungs-Fachbetrieb prüfen und beurteilen.

Mehr Informationen erhalten Sie bei Ihrer Genossenschaft vor Ort oder bei Dieter Jürgens, Telefon 0251 . 682-1144, dieter.juergens@agravis.de.



AGRAVIS aktuell 1/2018



Infektionsketten wirksam unterbrechen

Mist, Staub, Insekten, Schuhe und Fahrzeugreifen sind nur einige Faktoren, an denen Kokzidien bereits innerhalb und außerhalb von Geflügelställen nachgewiesen wurden. Die Kokzidiose ist eine parasitäre Darmerkrankung des Geflügels, die jährlich weltweit einen großen Schaden in der Geflügelwirtschaft verursacht. Nach der Aufnahme von sporulierten Oozysten aus der Umwelt erfolgt eine Freisetzung der Sporozoiten im Darm des Geflügels. Weiterhin findet eine Vermehrung durch Spaltung in Form von mehrfachen Kernteilungen statt, die gebildeten Merozoiten befallen weitere Zellen und ein mehrphasig verlaufender Vermehrungszyklus kann mit einem unterschiedlich starken Verlauf befallene Darmzellen zerstören. Im weiteren geschlechtlichen Vermehrungsschritt werden die Oozysten gebildet, mit dem Kot wieder ausgeschieden und sporulieren innerhalb von 48 Stunden.

Schäden durch Kokzidien

Welchen Schaden die Kokzidiose im Tier verursacht, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Vitalität des Tieres kann den Krankheitsverlauf beeinflussen. Ein positiv entwickelter Darm kann in dieser Situation widerstandsfähiger sein, als ein Darm, der sich bereits mit anderen Infektionen auseinandersetzt. Im Hinblick auf einen positiv entwickelten Darm hat sich der Einsatz von Miravit Microflosan S, einer Kombination aus mehreren wirtsspezifischen Mikroorganismen zur Besiedlung und Kolonisierung im Dünndarm und Blinddarm, direkt nach der Einstallung und nach dem ersten Futterwechsel, bewährt. Auch kann die Möglichkeit bestehen, durch ein entsprechendes Einstreumanagement das Risiko einer Kontamination zu reduzieren.

Die Einstreu beachten

Feuchte Stellen in der Einstreu sollten durch eine entsprechende Steuerung und Einstellung der Leitungen für Tränkewasser und durch das Klimamanagement vermieden werden. Falls es dennoch zu einem erhöhten Feuchtigkeitsgehalt in der Einstreu kommt, sollten diese Bereiche nachgestreut werden. Desintec SoftCell, ein Einstreuprodukt bestehend aus Lignocellulose, stellt sich in dieser Hinsicht, auf Grund seiner schnellen und ergiebigen Wasserbindungseigenschaften, als besonders geeignet dar.

Reinigung und Desinfektion

Während der Serviceperiode sollte die Möglichkeit genutzt werden, Infektionsketten zu unterbrechen und die Anzahl an Bakterien, Viren, Pilzen und Kokzidienoozysten zu reduzieren. Der Abtransport des Mistes von dem Standort des Betriebes ist dabei der erste entscheidende Faktor, um spätere Kontaminationen auf dem Standort zu unterbinden. Die Oberflächengestaltung außerhalb und innerhalb des Stalles entscheidet maßgeblich darüber, welches Ergebnis nach der gründlichen Reinigung mit Wasser erreicht werden kann. Grundsätzlich sollte nach dem Einweichen und dem Vorwaschen des Stalles ein alkalischer Reiniger auf die Oberfläche aufgetragen werden. Desintec StallClean Basis, ein hochalkalisches Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von 12,5, entfernt während der Grundreinigung den Fett- und Eiweißfilm von der Oberfläche. Organische Substanz würde den Wirkungsprozess der einzelnen Wirkstoffe nach Ausbringen der Desinfektions-Gebrauchslösung herabsetzen. Beim Nachweis von Kokzidienoozysten im Stall sollte ein Wirkstoff gewählt werden, der die Kokzidienoozysten wirksam reduzieren kann.

Desintec Fl-des Allround, ein 2-Komponenten Desinfektionsmittel, welches wirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze und Kokzidienoozysten ist, weist somit eine Wirkung für alle erforderlichen Bereiche auf. Als sehr vorteilhaft gilt zu erwähnen, dass mit dieser Wirkstoffkombination ein Arbeitsschritt gegenüber vergleichbaren Varianten auf dem Markt eingespart werden kann. Besonders in der zeitlich begrenzten Serviceperiode kann somit wertvolle Zeit gewonnen werden. Fahrzeuge, Zubehör, Schuhe und den Außenbereich vor dem Stall gilt es nach der Reinigung ebenfalls zu desinfizieren, um spätere Kontaminationen zu vermeiden.

Alle Maßnahmen sind die Voraussetzung für die Tiergesundheit und somit für den Erfolg im darauffolgenden Durchgang. Ein bedeutender Teil der gesamten Immunabwehr erfolgt im Darm und ist somit entscheidend für die Vitalität der Tiere.

Mehr Informationen zu den Hygiene-und Vitalisierungskonzepten gibt es bei Andre Stevens, Telefon 0175 . 2958357 oder andre.stevens@agravis.de.



Schutz vor Umwelterregern schon vor dem Melken sichern

Mastitis ist nach wie vor der Hauptgrund für frühzeitiges Ausscheiden der Kühe aus der Herde. Die Deutsche Veterinärgesellschaft schätzt die mastitisbedingten finanziellen Verluste auf über 300 Euro je gehaltene Kuh und Jahr. Ebenso sind höhere Arbeitsbelastungen der Landwirte und Melker aufgrund längerer Melkzeiten nicht zu vernachlässigen.

Euterhygiene

Der Zellgehalt eutergesunder Kühe schwankt um 100.000 Zellen pro Milliliter Milch. Erhöhte Zellzahlen von über 250.000 Zellen pro Milliliter Milch haben schon Milchverluste von zirka 6 Prozent zur Folge und bedeuten trotz der wieder leicht gefallenen Milchauszahlungspreise einen hohen finanziellen Verlust. Standardmäßig sollte der Zellgehalt bei jeder Milchleistungskontrolle überprüft werden. Die Qualität der Milch und der zu erzielende Milchpreis stehen im direkten Zusammenhang mit der Euterhygiene. Eutererkrankungen werden maßgeblich durch innerbetriebliche Managemententscheidungen beeinflusst. Bei den Mastitiserregern wird zwischen den Umwelt-assoziierten (E. coli, S. uberis) und den Kuh-assoziierten (S. aureus, S. dysgalactiae und S. agalactiae) unterschieden. Pathogene Eutererreger können vor allem dann an Bedeutung gewinnen und eine Entzündung auslösen, wenn eine mangelhafte Melkhygiene, eine fehlerhafte Melkanlage, eine unzureichende Fütterung oder Haltungsmängel wie schlechter Tierkomfort eine Rolle spielen.

Eutervorreinigung

Eine gute Euterhygiene fängt vor dem Melken an. Neben dem Tragen einer sauberen Arbeitskleidung und Melkhandschuhen hilft eine sehr gute Eutervorreinigung, den Keimdruck zu senken und Kreuzkontaminationen zu verhindern. Vielen Milchviehhaltern ist nicht bewusst, dass Vakuumschwankungen im gesamten Milchleitungssystem (wie bei Lufteinbrüchen) ein Risikofaktor für die Entstehung von Euterentzündungen sind. Speziell gefährdet sind Euter, wenn durch den sogenannten „Rückspray-Effekt“ krankmachende Mastistiserreger von ungereinigten Zitzenkuppen ins Euterinnere geschleudert werden. Obwohl Umwelterreger eine große Bedeutung in vielen Herden haben, wird der große Hebel „Eutervorreinigung“ zur Verhinderung von Infektionen auf Grund des vermeintlich großen Arbeitsaufwandes häufig nicht gesehen und daher nicht konsequent genug verfolgt.

Vor dem Melken ist der erste Milchstrahl in einen Vormelkbecher zu bringen. Als beste Methode, um Bakterien von den Zitzen und Zitzenkuppen zu entfernen, ist das Vordippen der Zitzen mit einem Desinfektionsprodukt auf Schaumbasis zu nennen. Auf Grund der geringen Zeit bis zum Ansetzen der Melkzeuge darf die Einwirkzeit der eingesetzten Produkte nicht länger als 30 bis 60 Sekunden sein. Hierfür steht ein neues Zweikomponentenprodukt zur Verfügung, das auf einer hochwirksamen Chlordioxid-Wirkstoffkombination beruht: Das desinfizierende Biozidprodukt Alcide PreGold wird vor dem Melken mit einem speziellen Schaumdippbecher auf die Zitzen aufgebracht. Aufgrund der sehr hohen Schmutzlösekraft und schnellen Desinfektionsleistung (zirka 30 Sekunden) reduziert das Pre-Schaumdippmittel hervorragend unerwünschte Keime auf der Zitzenhaut.

Anschließend ist der Schaum inklusive Verschmutzungen von den Zitzen und Zitzenkuppen mit trockenen Einmaltüchern (dreilagig) zu entfernen. Die Desinfektionsleistung von Alcide PreGold wurde gegen eine Vielzahl von Keimen belegt (einschließlich E. Coli, S. aureus und S. uberis). Hautpflegende Zusätze halten die Zitzenhaut geschmeidig. Die Schaumapplikation unterstützt das Anrüsten (Stimulation) der Kühe. Das Melkzeug ist zirka 90 Sekunden nach Beginn der Stimulation anzusetzen. Dabei ist darauf zu achten, dass Lufteinbrüche vermieden werden.

Die Investition in hochwertige Konzepte und deren richtige Anwendung beeinflussen direkt die Eutergesundheit. Die Reinigung der Zitzen kann jetzt durch eine ergänzende Desinfektion optimiert werden, ohne den Zeitaufwand zu erhöhen.

Informationen zum neuen Produkt Alcide PreGold gibt es bei Dieter Jürgens, Telefon 0251 . 682-1144 oder dieter.juergens@agravis.de.



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