Gesunde Klauen tragen die Milch

Zur Verbesserung der Akzeptanz und der Hygiene in den Boxen ist die Herstellung einer Einstreumischung aus Stroh und Desintec FloorCal pH 12 empfehlenswert.
Heute gehören Klauenleiden neben Fruchtbarkeitsstörungen und Mastitisproblemen zu den häufigsten Krankheiten bei Kühen. Beim Rind sind 90 Prozent aller Lahmheiten auf direkte Klauenprobleme zurückzuführen. Problematisch ist in vielen Betrieben vor allem die hohe Belastung der Klauen durch Feuchtigkeit und Schmutz (hoher Erregerdruck), unzureichende Klauenpflege, Stoffwechselkrankheiten wie Acidose und Ketose aufgrund fehlerhafter Fütterung sowie ungünstige Haltungsbedingungen (feuchtwarmes Stallklima, schlechter Kuhkomfort). Auch die falsche Auswahl der Genetik kann negativ auf die Klauengesundheit wirken. Die Auswirkungen dieser Fundamentprobleme sind hohe Behandlungskosten, eine erhöhte Remontierungsquote, niedrigere Milchleistungen und reduzierte Fruchtbarkeitsleistungen. Diese führen zu hohen wirtschaftlichen Verlusten für die Milchviehhalter.

Hygiene im Stall

Durch Ausschalten verschiedener Schadfaktoren lassen sich Bestandsprobleme mit infektiösen Klauenkrankheiten reduzieren. Neben einer optimierten Fütterung und einer regelmäßigen, funktionellen Klauenpflege (Kontrolle mindestens alle fünf Monate) durch gut ausgebildete Klauenpfleger oder Landwirte sollte zuerst die Verbesserung der Stallhygiene im Mittelpunkt der Bemühungen stehen. Zur Senkung des Infektionsdrucks hat sich ein häufiges Abschieben der Laufgänge (auch der perforierten Böden) mit mobiler oder stationärer Technik bewährt. Um die Klauen trocken zu halten, ist ein zusätzliches Abstreuen der Lauf- und Liegeflächen mit flüssigkeitsbindenden und desinfizierenden Einstreumitteln wie Desintec FloorCal pH 12 zweimal pro Woche eine sinnvolle Ergänzung. Neben der Verbesserung der Hygiene hat die Gestaltung und bauliche Ausführung des Stalls einen zusätzlichen Einfluss auf die Gesundheit der Klauen. Im Mittelpunkt sollte vor allem die Gestaltung und Akzeptanz der Liegeboxen stehen. Eingestreute Tiefboxen oder mit einem weichen Bodenbelag versehene Hochboxen, die ein bequemes Ablegen, Liegen und Aufstehen der Tiere ermöglichen, werden häufiger aufgesucht. Durch längere Liegezeiten wird die Klauengesundheit positiv beeinflusst, die Klauen der liegenden Tiere trocknen schneller und sind somit widerstandsfähiger gegenüber Infektionen.

Schmutzige Klauen erleichtern das Auftreten von infektiösen Klauenerkrankungen.
Desinfektion der Klauen

Um infektiöse Klauenerkrankungen zu reduzieren, empfiehlt sich zusätzlich eine konsequente Desinfektion der Klauen mit Desintec HoofCare Special nach festen Anwendungsplänen. Das Produkt enthält den Wirkstoff Glutaraldehyd und hat die DLG-Prüfung im Bereich der Klauendesinfektion bestanden. Bei der Anwendung ist grundsätzlich zu beachten, dass die maximale Anzahl von Tieren, die durch ein Klauenbad getrieben werden können, abhängig ist von der Sauberkeit der Klauen, der Verschmutzung der Wanne, der Größe des Bades und des verwendeten Mittels. Klauenwannen bzw. Matten sollten groß genug ausgewählt werden (zirka 1 Meter breit x 2,50 Meter lang x 10 Zentimeter hoch), damit die Kühe beim Durchgang mit jeder Klaue das Bad betreten. Die Wanne sollte so gefüllt sein, dass die Klauen bis zum Saum in der Klauenbadlösung stehen.

Der positive Effekt der Reinigung und Desinfektion wird mit zunehmender Verschmutzung der Wanne verschlechtert. Daher sollte ein Klauenbad nicht länger als einen Tag stehen und spätestens nach 100 durchgetriebenen Kühen oder bei hoher Verschmutzung erneuert werden.

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es bei Dieter Jürgens, Telefon 0251 . 682-1144, dieter.juergens@agravis.de.


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