Bevor die Schadnager auf dem Hof zur Plage werden

Sieben Tipps zur Rattenbekämpfung

Da die vergangenen zwei Winter sehr mild waren, ist zum Jahresende mit vielen Ratten zu rechnen. Damit Ratten auf ihrem Betrieb nicht zu einer Plage werden, geben die AGRAVIS-Hygieneexperten sieben Tipps zur Bekämpfung.

Ratten sind Überträger von vielen Krankheiten auf Rind, Schwein und Geflügel und verunreinigen Futter- und Lebensmittel. Im Rahmen der Biosicherheit auf landwirtschaftlichen Betrieben müssen sie bekämpft werden, denn sie übertragen unter anderem auch das ASP-Virus auf Schweine.

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Frühzeitig Augen auf! Im Herbst, sobald die Felder abgeerntet sind und es kalt wird, suchen sich Ratten warme Plätze für den Winter. Auf den Höfen muss rechtzeitig eine regelmäßige Überprüfung stattfinden, ob es erste Ratten gibt. Erkennen kann man dies an Rattenbauten, Laufwegen, Kot und Fraßspuren. Sind erste Anzeichen zu sehen, müssen umgehend Köderboxen mit Rodentiziden aufgestellt werden. Denn ein Rattenpaar und seine Nachkommen können bis zu 1.000 Ratten pro Jahr erzeugen.

Müllplätze sind zu vermeiden

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Nachts auf die Suche gehen. Ratten sind sehr scheu und kommen erst heraus, wenn auf dem Betrieb Ruhe eingekehrt ist. Daher sollte der Landwirt deshalb am späten Abend bei Dunkelheit vorsichtig über den Hof gehen und Ecken und Orte wie Futtersilos und Gerümpelecken kontrollieren. So bekommt man einen Eindruck über den Befall. Sieht man tagsüber eine Ratte, kann bereits von einem hohen Befall ausgegangen werden.


Köderbox

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Aufräumen! Rund um die Stallungen muss es aufgeräumt sein, um den Ratten dort keine Rückzugsorte zum Nisten zu bieten. Müll muss regelmäßig entsorgt werden. Sträucher und anderer Bewuchs direkt am Stall bieten ebenfalls Schutz für Schadnager. Optimal ist ein Kiesbett rund um den Stall, darin können Ratten keine Gänge und Löcher graben.


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Köderboxen immer an Wänden aufstellen. Ratten laufen entlang von Wänden oder anderen schutzbietenden Möglichkeiten wie Holzstapel. Bei der Befüllung der Köderboxen müssen Handschuhe getragen werden, um die Übertragung des menschlichen Geruchs zu vermeiden.

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Köderboxen konsequent nachfüllen. Bei neuen Futterquellen sind Ratten sehr vorsichtig. Werden die Köder von den Ratten akzeptiert, muss kontinuierlich nachgelegt werden. Wenn man Pastenköder wie Desintec RodEx-Paste benutzt, die für den Außenbereich wegen ihrer Feuchtigkeitsbeständigkeit bestens geeignet und auf Grund ihres hohen Energiegehaltes attraktiv für die Schadnager sind, können diese in der Box aufgespießt und nicht verschleppt werden. Zur Info: Eine Ratte nimmt pro Tag circa 30 bis 50 Gramm Futter auf, das heißt 100 Ratten fressen circa 3 bis 5 Kilogramm pro Tag.

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Wirkstoffwechsel, nicht Produktwechsel. Wird eine Resistenz vermutet, sollte der Landwirt zu einem Wirkstoff mit höherem Potenzniveau wechseln. Zum Beispiel besitzen Brodifacoum und Difethialon ein höheres Potenzniveau als Difenacoum und Bromadiolon. Der Wechsel zu einem anderen Produkt allein hilft nicht, es muss auf den Wirkstoff geachtet werden. Damit die Resistenzbildung nicht gefördert wird, sollte weder ein Produkt mit mehreren Einzelwirkstoffen noch mehrere Produkte gleichzeitig mit unterschiedlichen Wirkstoffen verwendet werden.

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Schädlingsbekämpfer beauftragen. Die Rattenbekämpfung ist sehr komplex und zeitaufwendig und sollte deshalb dokumentiert werden. Ist der Zeitaufwand zu hoch, sollte ein professioneller Schädlingsbekämpfer beauftragt werden.


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Weitere Informationen gibt es bei Andrea Riebe, Telefon 0251 . 682-89203, andrea.riebe@profuma.de


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